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    Pathological fibster Avatar von paulelmar
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    BlackBerry Ltd. werden Tricksereien bei den Bilanzierungsregeln (SEC-Regeln) vorgewor



    Hallo Community!

    Gerade war ich dabei, mich einer etwas genaueren Nachbetrachtung der Quartalszahlen von BlackBerry Ltd. zu widmen, da platzte die Meldung herein: „BlackBerry verstößt gegen SEC-Regeln durch die Verwendung von nicht standardisierten Kennzahlen.“ Nun, für einige von euch wird das so interessant sein wie der berühmte Sack Reis in China, aber dennoch ist dieser Vorwurf nicht gerade unbedeutend

    Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) hat sog. Generally Accepted Accounting Principles (GAAP-Regeln) erstellt, die die an den Börsen gelisteten Unternehmen beachten müssen, wenn sie ihre Quartals- bzw. Jahreszahlen veröffentlichen. Sie dürfen zwar auch sog. Non-GAAP-Kennzahlen aufführen, diese dürfen die Berichterstattung jedoch nicht dominieren und vor allem nicht die wahre Entwicklung des Unternehmens verschleiern.

    Beispiel gefällig: Die Überschrift der Ergebnisbekanntmachung von BlackBerry Ltd. hebt die Non-GAAP-Umsätze des Unternehmens in Höhe von 267 Mio. USD hervor. Darin enthalten sind aber Umsätze in Höhe von 20 Mio. USD, die nicht mit den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen übereinstimmen. Denn das sind keine tatsächlich realisierten Umsätze, sondern lediglich buchtechnische Umsätze. Anschließend werden vier weitere Non-GAAP-Kennzahlen, einschließlich anderer Non-GAAP-Umsatzahlen genannt, was in dieser Form nicht zulässig sein soll und nun von den Aufsichtsbehörden überprüft wird.

    Warum macht „man“ solche „Bilanzkosmetik? Man will die Braut schöner machen, als sie ist und den Eindruck vermitteln, man hätte die im Vorfeld von Analysten erwarteten Umsätze (265 Mio. USD) übertroffen, was jedoch nicht der Fall ist. Der tatsächliche Umsatz nach GAAP liegt bei 247 Millionen USD und damit unter dem erwarteten Wert.

    BlackBerry erklärt seine Vorgehensweise in einer Fußnote und damit im Kleingedruckten des Quartalsberichtes: "Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 verbuchte das Unternehmen erworbene, aber aufgrund von Bilanzierungsregeln für Unternehmenszusammenschlüsse nicht realisierte Softwareabgrenzungserlöse in Höhe von 20 Millionen US-Dollar, von denen 19 Millionen US-Dollar in BlackBerry Cylance und 1 Million US-Dollar in IoT (Internet of Things) enthalten waren."

    Ferner betont das Unternehmen: „Wir verstehen und berichten unsere Ergebnisse in voller Übereinstimmung mit den Wertpapiergesetzen und -vorschriften, die für uns als ausländischer privater Emittent gelten, …“. Und weiter: „Wir sind seit vielen Quartalen konsequent in diesem Ansatz und glauben, dass unsere Darstellung dieser Non-GAAP-Kennzahlen dem Management und den Aktionären wichtige Informationen über unsere finanzielle Performance liefert.“

    Und damit hat BlackBerry Ltd. durchaus Recht. Die Quartalsberichte sind seit vielen Jahren sehr ähnlich aufgebaut und nutzen die beiden Kennzahlensysteme (GAAP/Non-GAAP) parallel. Ob das nun das Unternehmen vor weiteren Untersuchungen schützt oder BlackBerry wie auch Symantec, ADT oder FedEx verklagt wird, ist offen.

    Warum die Vorgehensweise aber nun erst moniert? Wahrscheinlich weil es diesmal so ist, dass BlackBerry Ltd. die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlt hat und mit der Darstellung die tatsächliche Entwicklung des Unternehmens möglicherweise verschleiert. Daher an dieser Stelle noch ein genauerer Blick auf die Entwicklung in den verschiedenen Unternehmensbereichen.

    BlackBerry hat seine Technologielösungen und sein Unternehmenssoftwaregeschäft ab Q1/2020 in einer einzigen Einheit namens IoT zusammengefasst. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich zwar um 8% auf 136 Millionen US-Dollar nach GAAP, lag damit aber unter den Erwartungen. Da die Technologielösungen eine starke Dynamik verzeichnen (Stichwort QNX), ist es wahrscheinlich, dass sich das Geschäft mit UEM-Lösungen von BlackBerry verlangsamt hat, sprich der Umsatz rückläufig ist.

    Das abgelaufene Quartal ist das erste vollständige Quartal seit dem Abschluss der Übernahme von Cylance. Der Umsatz des Geschäftsbereiches belief sich auf 32 Millionen USD auf GAAP-Basis, auch hier lagen die Erwartungen etwas höher. Dennoch wird Cylance von wachsenden Abonnementzahlen profitieren und den Anteil an wiederkehrenden Einnahmen steigern helfen. BlackBerry will die Cylance-Technologie zudem in sein UEM-Angebot integrieren (voraussichtlich im nächsten Frühjahr).

    Die Lizenz- und IP-Umsätze schwanken weiterhin im Zeitablauf sehr stark. Hier werden die Erlöse aus den Technologien und Patenten von BlackBerry verbucht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um rund 14 % auf rund 72 Millionen US-Dollar, gegenüber dem Vorquartal sind die Umsätze jedoch gesunken.

    Die Einnahmen aus den Service-Access-Gebühren (SAF) von BlackBerry tendieren weiter nach unten, ein Trend, der sich auch in Zukunft fortsetzen wird.

    Gruß Paulelmar



    Quellen: MarketWatch, Forbes
    Bildquelle: BlackBerry

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    Geändert von Cyriax (01.07.2019 um 12:30 Uhr)


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    ach, das finde ich jetzt nicht so schlimm. Diese Regeln existieren ja in der Hauptsache für Analysten und Anleger, damit eine Vergleichbarkeit der Zahlen verschiedener Unternehmen und natürlich des Unternehmens selbst über einen Zeitraum möglich ist.


    mich nervt ja bei BB eher nur die Trickserei bei der Zusage zur Version 10.4
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  4. Top | #3
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    Moin,

    immerhin handelt es sich hier um scheinbar echte Geldzuflüsse an Cyclance. Wenn ich das richtig interpretiere, kam hier Geld rein, ohne das eine Leistung an die Kunden im Quartal erbracht wurde. Deswegen Abgrenzungserlös. An sich eine ganz normale Sache. Hat jede Zeitung, da es genug Abonnenten gibt, welche ihr Abonnement zu früh bezahlen (bereits im Dezember für das Folgequartal). Wenn die Zeitung dann ihren Jahresabschluss macht, ist es kein Umsatz, sondern defacto eine Vorauszahlung, welche bilanziell zu einer Leistungsverpflichtung führt (passive Rechnungsabgrenzung). In GAAP darf es nur so bilanziert werden. In Non-GAAP dies allerdings als Umsatz deklarieren, ist schon grenzwertig. Kein Wunder, daß dies nicht zulässig ist.

    Aber immerhin: Die Kohle ist wenigstens da. Es gab vor 20 Jahren mal eine Software-Klitsche aus Bochum namens Phenomedia. Die hatte mal ein paar Werbespiele kreiert, u.a. das Moorhuhn-Spiel und wurde am Neuen Markt gehypt bis zum Exzess. Die Bude war in der Spitze 400 Mio. € bei einem Umsatz von 17 Mio. € "wert". Beachtet: UMSATZ, nicht Gewinn.
    Das Ende vom Lied: Nach dem Exzess der Exitus, da die Jungs es umgekehrt zu BlackBerry gemacht haben: Luft-Umsätze (fiktive Umsätze ohne Rechtsanspruch und Leistungsverpflichtung) verbucht, als Forderung eingestellt und dann so den Gewinn kräftig erhöht. Leider kam das Geld nie auf die Konten.
    Fazit: Besser die Kohle auf dem Konto als die Forderung mit anschliessender Wertberichtigung (gewinnmindernde Abschreibung).

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