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  • Weder durch die Hintertür noch von vorne!










    Hallo Community!

    Unser geschätzer User Sinthoras ist auf einen Artikel gestoßen, den wir Euch auch präsentieren wollten. Da Sinthoras schneller als wir war haben wir ihn um Erlaubnis gebeten seinen Thread etwas umzugestalten.
    Vielen Dank dafür!

    Es geht hierbei um die staatliche Anordnung verschlüsselte E-mail Kommunikation sichtbar zu machen. Beklagt wurde der E-mail Dienst Tutanota, der mit dem Slogan wirbt

    "Die eingebaute Verschlüsselung garantiert, dass Deine Mailbox nur Dir gehört"

    Das gilt aber nur solange wie die Kommunikation zwischen zwei Tutanota Nutzern läuft. Wird die E-mail an einen anderen Anbieter ausserhalb von Tutanota verschickt kann man diese E-mail sehr wohl lesen.

    Und darum geht es in diesem speziellen Fall auch. Das Amtsgericht Itzehoe verschickte im Oktober 2018 eine Aufforderung an den Betreiber Tutanota die E-mails der Polizei zur Verfügung zu stellen - unverschlüsselt und in Echtzeit.

    Jetzt schickt ein Amtsgericht ja nicht aus Spaß an der Freude solche Briefe. Hintergrund hierzu waren Hacker, die mehrere Firmen in und um Itzehoe mit Schadsoftware erpresst haben.

    Die Firma Tutanota wollte sich daran eigentlich nicht beteiligen, knickte aber ein nachdem die Firma Posteo vom Bundesverfassungsgericht dazu verdonnert wurde IP Adressen herauszugeben, welche die Firma bis dato nicht speicherte.

    So steht es zumindest auf der verlinkten Seite von der Tagesschau.

    Das ist aber so nicht ganz korrekt was zumindest die Firma Posteo angeht. Die hat gestern sofort reagiert und einige Punkte richtig gestellt.
    Ich zitiere hiermal im Original weil es sehr juristisch zugeht:

    Falsche Berichterstattung zum heute und gestern in den Medien zitierten Nicht-Annahme-Beschluss des BVerfG zu Posteo vom Januar 2019:
    Der Beschluss vom Januar 2019 war keine “Grundsatzentscheidung zum TKG”, wie u.a. die Süddeutsche Zeitung berichtet: Unsere damalige Beschwerde wurde vielmehr schlichtweg überhaupt nicht zur Entscheidung angenommen – und diese Nichtannahme wurde durch das Gericht ausführlich begründet. Das macht in der Praxis einen Unterschied (ein Nicht-Annahmebeschluss ist rechtlich nicht bindend). Außerdem hat das BVerfG damals vieles von tatsächlichen Annahmen abhängig gemacht, die die Verwaltungsgerichte noch aufzuklären hätten (wenn sich das nicht durch das EuGH-Urteil ohnehin erledigt hätte).
    Auch wurde nicht geurteilt, dass Posteo IP-Adressen seiner Nutzer grundsätzlich speichern und im Bedarfsfall herausgeben muss. Das wäre Vorratsdatenspeicherung, und von dieser sind E-Maildienste wie Posteo explizit ausgenommen. Es ging lediglich um das Erheben von IP-Adressen im Einzelfall – im Rahmen einer Strafermittlung. Das BVerfG hat angenommen, dass IP-Adressen ausgeleitet werden müssten, wenn diese Daten in den Posteo-Systemen tatsächlich vorhanden seien – das ist aber nicht der Fall.

    Was geht hieraus hervor?

    Man kann definitiv noch "sicher" kommunizieren ohne Angest zu haben, dass der Staat mitliest.
    Das Problem bei der Sache ist aber auch, das Kriminelle diese Dienste nutzen können um Straftaten zu planen oder umzusetzen.
    Die Frage ist wie lange noch, denn eine Änderunge des Telekommunikationsgesetzes soll im Jahr 2020 auf den Weg gebracht werden.

    Viele Grüße

    Winnertrack

    Quelle: Tagesschau
    Posteo


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    Hier noch der Originalbeitrag von Sinthoras:

    Na Klasse!

    Und zu welchem E-Mail-Anbieter muss ich jetzt wechseln?

    https://www.tagesschau.de/investigat...elung-101.html
    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: Weder durch die Hintertür noch von vorne! - Erstellt von: Sinthoras Original-Beitrag anzeigen