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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gutenberg-Affäre



Chrischahn87
23.02.2011, 18:51
Wie ist eure Meinung zu den Vorwürfen ? Findet ihr es hat Einfluß auf seine Integrität als Minister?

Kleine Umfrage dazu. Eure Meinung interessiert mich.

Die Vorwürfe und Beweise dazu sind ja recht schwerwiegend. Siehe hier ('http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate')

levingfx
23.02.2011, 18:56
Prinzipiell ist mir der Gutenberg zwar Recht angenehm als Minister, bzw. es gibt schlimmere ;) aber sollten sich die Vorwürfe manifestieren, ist ein Rücktritt unvermeidbar - meiner Meinung nach stellt dies Gesamtgesellschaftlich eine Verfehlung seiner Glaubwürdigkeit als Minister dar.

DevilsLittleSister
23.02.2011, 19:16
Also ich mag ihn auch irgendwie, aber ich denke schon das er nicht ganz ehrlich ist und das er doch abgeschrieben hat.
Wenn es dafür dann auch noch Beweise gibt.
Denke schon das es besser wäre wenn er zurück tritt, weil wie schon gesagt wurde, die Glaubwürdigkeit dann einfach fehlt.

Chrischahn87
23.02.2011, 19:24
Also bei der Masse an Kopien kann ich nicht glauben das es ein Versehen war wie er behauptet. Dennoch bin ich der Meinung wenn er als Minister gut arbeitet sollte diese Affäre keinen Einfluss haben.
Wer von uns hat denn noch nie geschummelt?

Steve31
23.02.2011, 19:55
Also bei der Masse an Kopien kann ich nicht glauben das es ein Versehen war wie er behauptet. Dennoch bin ich der Meinung wenn er als Minister gut arbeitet sollte diese Affäre keinen Einfluss haben.
Wer von uns hat denn
noch nie geschummelt?
Besser hätte ich es nicht sagen können!
Mfg

levingfx
24.02.2011, 05:29
Wer von uns hat denn noch nie geschummelt?

Ohne Frage mit Sicherheit fast jeder von uns, auf der anderen Seite - wenn man dich erwischt hat - gab es sicherlich auch immer Konsequenzen ;-)

Don Pilsatore
24.02.2011, 08:17
Ich kann mich erinnern, dass schon bei meinem Studium Anfang der 2000er selbst Hausarbeiten von den Profs (bzw. deren Hilfssheriffs) gegoogelt wurden. Damit wollte man herausfinden, ob jemand irgendwo mehr abgeschrieben hat, als er bereit war in den Fußnoten preiszugeben. Nicht wenige wurden dabei ertappt und man war entsprechend vorsichtig. Wohlgemerkt, bei Hausarbeiten. Deshalb bin ich davon ausgegangen, dass das bei Dissertationen erst recht Usus ist.

Ich finde den "Schaden" relativ hoch, gerade bei einer Person, die wie er im öffentlichen Leben steht. Man darf nicht vergessen, dass Herr zu G. mit der höchsten Note "summa cum laude" bewertet und bis vor kurzem als absoluter Musterschüler gehandelt wurde. Das ist jetzt ein ganz schön tiefer Fall.

Mein persönliches Fazit ist: Da er auch für die beiden Bundeswehr-Universitäten zuständig ist, ist er nicht mehr tragbar. Und das sollte er eigentlich auch selbst erkennen können und entsprechend agieren.

Chrischahn87
24.02.2011, 18:48
Ohne Frage mit Sicherheit fast jeder von uns, auf der anderen Seite - wenn man dich erwischt hat - gab es sicherlich auch immer Konsequenzen ;-)

Hat er doch, nämlich keinen Doktortitel mehr.


Herr zu G. mit der höchsten Note "summa cum laude" bewertet

Das ist dann aber eher den Profs vorzuwerfen die, die Arbeit geprüft haben.


Mein persönliches Fazit ist: Da er auch für die beiden Bundeswehr-Universitäten zuständig ist, ist er nicht mehr tragbar. Und das sollte er eigentlich auch selbst erkennen können und entsprechend agieren.

Er ist der Minister, der Leiter der Bundeswehr. Er soll ja keine Arbeiten abnehmen oder Vorlesungen in der Uni halten. Wenn er jetzt von vornherein keinen Doktor gehabt hätte, hätte er dann auch deswegen kein Verteidigungsminister werden dürfen ?

Don Pilsatore
25.02.2011, 06:48
Naja, da ist wohl jetzt einiges durcheinander geraten.

Es hat in meinen Augen nun mal eine andere Qualität, wenn einem absoluter Einser-Kandidat ein solches (Abschreibe-)Verhalten nachgewiesen werden kann. Hätte er die Dissertation nur "mit Ach und Krach" bestanden, wäre das noch anders zu bewerten. Aber so? Erst der Beste der Besten und dann doch nur alles abgekupfert, weil er ja so gestresst war. Das hat man davon, wenn man das zweite Staatsexamen umgehen möchte. Ist ja nun gründlich in die Hose gegangen.

Wenn er keinen Doktorgrad gehabt hätte, hätte er natürlich genauso Verteidigungsminister werden können, das ist ja klar. Er hat jedoch mit seiner wissenschaftlichen Arbeit (die er ja nachweislich nicht oder nur teilweise selbst geleistet hat) gegen alle Regeln einer Universität verstoßen. Und das disqualifiziert ihn für mich schon für die Zuständigkeit zweier Universitäten.

Aber wie so vieles im Leben ist das ja alles Geschmackssache.

Cpt. Jack Sparrow
28.02.2011, 19:22
Zum Thema Konsequenzen:

Ich trage Konsequenzen immer nur im jeweils betrffenden Lebensbereich. Stehle ich auf Arbeit, werde ich gekündigt. Foule ich ständig beim Fußball, flieg ich aus dem Verein. ABER: stehle ich auf Arbeit bleibe ich im Verein und foule ich, interessiert´s meinen Chef wohl eher nicht.

Ich finde, dass Ex-Dr. K.-T. zu GutTenberg einen sehr guten Job macht, egal ob als Ex-Finanzminister, der in einer Zeit gekommen ist, in der (sagen wir mal) nicht alles rund lief (andere sind schließlich gegangen, weil´s ihnen zu stressig wurde) oder als unser aktueller Verteidigungsminister: alle Unbilden, voran der Skandal auf der Gorch Fock, dicht gefolgt vom Leiden unserer Truppen in Afghanistan, schafft er zu meistern. Er setzt seine Arbeit fort, er TUT, statt nur zu reden.

Seit vielen Jahren war in der Diskussion, die BW in eine Berufsarmee umzubilden. Nunja, ein paar Wochen nach seinem Amtsantritt hat er es getan.

Vielleicht hat er den Dr. zu Recht abgelegt. Vielleicht ist er einfach kein Denker, kein Theoretiker, kein Schwätzer. Er ist ein Macher. Und sollten wir jetzt dem Ruf eines Herrn Steinmeier folgen und Guttenberg zu Rücktritt drängen, dann haben die Schwätzer gesiegt.

Dieser Skandal wurde doch nur medial aufgepumpt, um eine zunehmend wichtigere Politperson zurechtzustutzen.

Don Pilsatore
01.03.2011, 11:06
... und schon isser zurückgetreten. Zumindest liegt das entsprechende Gesuch bei unserer Kanzlerin.

Guckst Du hier: http://www.bild.de/BILD/politik/2011/03/01/verteidigungsminister-guttenberg/tritt-zurueck.html

Chrischahn87
01.03.2011, 12:36
Das hätte ich nicht erwartet

Cpt. Jack Sparrow
01.03.2011, 16:22
Sehr schade.

demoritas
02.03.2011, 10:09
Zum Thema Konsequenzen:

Ich trage Konsequenzen immer nur im jeweils betrffenden Lebensbereich. Stehle ich auf Arbeit, werde ich gekündigt. Foule ich ständig beim Fußball, flieg ich aus dem Verein. ABER: stehle ich auf Arbeit bleibe ich im Verein und foule ich, interessiert´s meinen Chef wohl eher nicht.

Wenn allerdings ein Politiker sein Image auf Ehrlichkeit u.ä. Werten aufbaut und dann nur gezwungenermaßen und Stückchenweise seine Fehler zugibt wenn unumstößliche Beweise vorliegen dann leidet dieses Image natürlich. Dazu kommt dass er ja im Verdacht steht den Wissenschaftlichen Dienst für seine Dissertation genutzt zu haben was bei deiner Analogie bedeutet dass du die Sekretärin auf deiner Arbeit dazu einsetzt während ihrer Arbeitszeit deinen Verein zu managen (und Fußball für dich zu spielen).


Ich finde, dass Ex-Dr. K.-T. zu GutTenberg einen sehr guten Job macht, egal ob als Ex-Finanzminister, der in einer Zeit gekommen ist, in der (sagen wir mal) nicht alles rund lief (andere sind schließlich gegangen, weil´s ihnen zu stressig wurde) oder als unser aktueller Verteidigungsminister: alle Unbilden, voran der Skandal auf der Gorch Fock, dicht gefolgt vom Leiden unserer Truppen in Afghanistan, schafft er zu meistern. Er setzt seine Arbeit fort, er TUT, statt nur zu reden.

Ich habe mich jetzt nicht so sehr mit seiner Arbeit beschäftigt aber war er als Verteidigungsminister nicht immer nur schnell darin irgendwelche Schuldigen zu finden und zu feuern? Gerade im Fall der Gorch Fock liegt doch inzwischen ein Gutachten vor dass zeigt dass Schatz nichts relevantes vorzuwerfen ist. Und in der Kunduz Affäre ist auch nicht alles koscher abgelaufen wenn man Wichert und Schneiderhan glauben kann.



Seit vielen Jahren war in der Diskussion, die BW in eine Berufsarmee umzubilden. Nunja, ein paar Wochen nach seinem Amtsantritt hat er es getan.

Was von anderen auch schon lange vorbereitet wurde, er durfte es imho nur vortragen.



Vielleicht hat er den Dr. zu Recht abgelegt. Vielleicht ist er einfach kein Denker, kein Theoretiker, kein Schwätzer. Er ist ein Macher. Und sollten wir jetzt dem Ruf eines Herrn Steinmeier folgen und Guttenberg zu Rücktritt drängen, dann haben die Schwätzer gesiegt.

Er ist genau das - ein Schwätzer. Und das hat er im Laufe der Plagiatsgeschichte auch mehrfach sehr deutlich gezeigt. Führ dir einfach mal seine Aussagen in dem Fall zu Gemüte und parallel dazu was zu dem jewailigen Zeitpunkt grad aufgedeckt wurde. Die Krönung ist sein tränendrüsiger Abtritt.
Hätte er gleich zu Anfang zugegeben dass er Scheisse gebaut hat und sich den Konsequenzen gestellt dann hätte ihn die ganze Sache nur minimal erschüttert, aber sein Winden und Leugnen hat letztendlich zu seinem Rücktritt gefürt.



Dieser Skandal wurde doch nur medial aufgepumpt, um eine zunehmend wichtigere Politperson zurechtzustutzen.
Das bestreite ich nicht ^^. Nichtsdestotrotz war die Aufdeckung wichtig um einfach mal den Filz in Deutschlands Oberklasse zu verdeutlichen. Zu seinem Fall hat er durch sein Leugnen selber genug beigetragen.

gozocbb
02.03.2011, 13:59
Nun ich habe da sowieso eine ziemlich schlechte Meinung von Politikern (im Allgemeinen).
Grundsätzlich sind "kleine Schummeleien" sicherlich fast normal und keine ist heilig, auch keine Doktoranden oder Professoren, aber der Guttenberg (siehe alte Polit-Sendungen wie report oder panorama) war noch nie ganz koscher, wenn er auch recht sympathisch rüberkommt, was ich absolut zugeben muss.

Aber schauen wir uns mal seine "politischen Leistungen" an.
Im Telepolis, wurde ein wunderbarer Kommentar dazu geschrieben:



2. März 2011 10:43
Herzlichen Glückwunsch an die CDU!

Diese mediale und politische Meisterleistung in Verbindung mit
Guttenberg hat mich ziemlich beeindruckt. Ich habe mich gerade durch
alle Blogbeiträge gelesen und musste feststellen, dass es
offensichtlich keinen interessiert, was augenblicklich
verteidigungspolitisch in der Nato und erst recht in unserem Land vor
sich geht. Alles stürzt sich voll auf die Personen, die Inhalte
treten völlig in den Hintergrund.

Selbstverständlich musste er zurücktreten angesichts seines Betruges.
Wie wäre es aber, sich einmal seine Wirkungsbilanz noch einmal vor
Augen zu führen:

- Abwicklung der Kunduz-Affäre mit über Hundert toten zivilen Opfern

- Butterweiche und fadenscheinig formulierte Weiterführung der
deutschen Beteiligung am völkerrechtswidrigen Afghanistan- und
Pakistan-Krieg mit der Option, diese endlos weiter zu führen.

- Ungeklärte Todesfälle deutscher Soldaten in Afghanistan bei
gleichzeitiger Deckelung der Umstände.

- Feldpost-Affäre, die - zumindest hier im Lande - gar keine richtige
wurde.

- Die Gorch Fock-Affäre mit der forschen Suspendierung des Kapitäns
durch Guttenberg. Wie es augenblicklich aussieht, hätte sich dies
auch zum Fallstrick für ihn entwickeln können. "Verteidigungspolitik
durch Bildzeitung und andere".

- Das ganz große Projekt - die Aufhebung der Wehrpflicht - zwecks
Einrichtung einer schlagkräftigen Berufsarmee bei gleichtzeitiger
Öffnung in Richtung Erweiterung durch ausländische Soldaten
(Söldner).

- Volle Unterstützung für die - noch eher unbemerkten - in
Vorbereitung befindliche massive Ausweitung der Natopartner um bis zu
50,
siehe hierzu: >>
http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=23307.
Fleissig geübt mit zukünftigen "Partnern" wird schon seit 2009 in
Bayern!

- Keine kritische Aufarbeitung der bisherigen Praxis, so ziemlich
alle noch vorhandenen Diktatoren dieser Welt größzügig mit Waffen und
militärischem Training zu unterstützen. Wir sind drittgrößter
Waffenexporteur der Welt und die letzte Waffenmesse im Nahen Osten
hat wieder gute Geschäfte gebracht. Beliebteste Variante hierbei ist
wie immer, beide Seiten möglicher Konflikte zu beliefern.

Alle diese Punkte zusammengenommen ergeben ein ziemlich düsteres Bild
in Bezug auf die deutsche "Verteidigungspolitik" und auf unsere
Verfassungswirklichkeit. Um es klar zu sagen es gibt keine
Verteidigungspolitik mehr, alles deutet darauf hin, dass Deutschland
im Verbund und im Gleichklang mit der Nato komplett auf Angriff
umgeschaltet hat zur Vorwärtsverteidigung unserer Resourcen (schönen
Gruß hierfür noch an den Gruß-August!).

Das nenne ich eine gelungene Übernahme unter kompletter Umgehung der
Verfassung bei gleichzeitiger Unterstützung durch die deutliche
Mehrheit der Abgeordneten im Bundestag. Sehe ich das etwa falsch,
oder übertreibe ich hier vielleicht?

Stillgestanden, Herr Gefreiter, Herr Unteroffizier, Herr Kanonier!
Tarnen und Täuschen, marsch, marsch, Herr zu Guttenberg! (Weitere
Befehle abwarten)!
Vorwärts, Marsch! Schnauze halten und bezahlen, Herr Bundesbürger und
Frau Bundesbürgerin!

Gloria Viktoria Deutschland, wir sind wieder dabei!

D. Reimers
Quelle: Telepolis ('http://www.heise.de/tp/blogs/foren/S-Herzlichen-Glueckwunsch-an-die-CDU/forum-195240/msg-19905961/read/') (Dirk Reimers)

Mehr gibts dazu nicht zu sagen. Und dazu hat sich "das Merkel" ebenso mit ihrer Haltung massiv lächerlich gemacht.
Aber es passt zu ihr. Deutschland ist für mich schon lange eine Bananenrepublik :wacko: