PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Petition: Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009



s0n!c
06.05.2009, 15:05
Vorweg:
Ich verabscheue Kinderpornografie bis aufs letzte und unterstütze diese in keinen Fall!

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3bsa=details%3bpetition= 3860

Diese Petition fordert die Ablehnung der Änderung des Telemediengesetzt, nachdem das BKA zukünftig Webseiten indizieren und von den dt. Providern sperren lassen kann und sicherlich auch wird.



Text der Petition
Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die "Sperrlisten" weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung
Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.


Ihr könnt ja an der Petition teilnehmen oder nicht - vorallem könnt ihr aber hier drüber diskutieren. Wie ist eure Meinung in dem Fall?

benchman
06.05.2009, 15:15
Kann so eine Petition nicht unterstützen
dabei geht es doch wieder nur darum das sich jemand auf den Schlips getreten fühlt, weil das BKA ohne irgendwelche Kontrolle Webseiten sperren KÖNNTE und damit gegen die Meinungsfreiheit oder ähnliches verstößt

ich meine
besser zu viel Pornoseiten sperren als zu wenig

tejero
06.05.2009, 15:24
Es geht wohl eher darum, dass man diesen Schutz erstens zu einfach umgehen kann und zweitens das andere Länder seit dem sie das Gesetz in Kraft gesetzt haben, die Seiten nicht mehr kontrolliert haben und somit die Strafverfolgung somit stiefmütterlich behandelt wird.

s0n!c
06.05.2009, 15:34
Die Gruppe von Leuten die KiPo konsumieren machen das schon seit Jahren per VPN in irgendwelchen unbekannten chans auf irgendwelchen unbekannten Server.
KiPo wird NICHT über Websites angeboten - wenn doch dann ist mal wieder was durchgesickert.
Der Staat versucht doch nur unter dem Deckmantel der KiPo der kompletten Überwachung wieder einen Schritt näher zu kommen.

Sry, das ist meine Meinung - es bringt nunmal rein GARNICHTS websites zu sperren. Man muss das Problem an der Wurzel packen.
Ein verbot fördert doch nur die Bildung weiterer Untergrundorganisationen, welche noch schwerer zu fassen und zu kontollieren sind.

tejero
06.05.2009, 16:22
Außerdem verhindert es nicht, dass die Filme gedreht werden und Kinder zur Prostitution gezwungen werden. Dagegen müßte man primär angehen.

s0n!c
06.05.2009, 17:22
Hier nochmal ein Blog mit einer kleinen Zusammenfassung zu dem Thema:
http://www.peterkroener.de/links-xlvi/

Ich hoffe es beteiligen sich noch mehr Leute an dem Thema.

Grim
06.05.2009, 17:27
Sry, das ist meine Meinung - es bringt nunmal rein GARNICHTS websites zu sperren. Man muss das Problem an der Wurzel packen.

Ganz deiner Meinung.

Politiker ausser rand und band sag ich da nur:


"Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft", erklärte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen dem Berliner Radiosender Radio Eins leicht missverständlich.

Nun gut, aber ich denke viele von uns werden diese Sperren auch sehr schnell umgangen haben........


Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sorgt mit einer Presse-Mitteilung zum Deutschen Computerspiel-Preis für Wirbel. Darin stellt er sogenannte "Killerspiele" ausdrücklich auf eine Ebene mit Drogen und Kinderpornografie.

Ich muss mich vor niemanden verstecken, wenn ich selbst bereits ein "Killserspiel" konsumierte........

Also stehe ich schon unwissentlich im Sperrfeuer der Politiker als potenzieller Täter. Ohne Worte...

Sehr empfehlenswert ist auch der Golem Artikel =bahls']"Missbrauchsopfer kämpfen gegen Netzsperren" ('http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/0904/66528.html&wort[)


Warum dagegen nicht international Vorgegangen wird ist unverständlich, auf diese weise Politik zu führen inakzeptabel!

$ucc3d
06.05.2009, 18:45
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sorgt mit einer Presse-Mitteilung zum Deutschen Computerspiel-Preis für Wirbel. Darin stellt er sogenannte "Killerspiele" ausdrücklich auf eine Ebene mit Drogen und Kinderpornografie.

Dafür sollte er sich meiner Meinung nach sofort entschuldigen.Dies ist nirgendswo annähernd bewiesen worden und schlägt dem Fass den Boden aus!Politiker stopfen alles mögliche ins Sommerloch um Stimmen zu bekommen.

Die CDU sollte für solche dummen Aussagen keine Stimme bekommen und nochmal im Kindergarten anfangen.
Ein Skandal schlechthin was Politiker sich leisten können.

Cpt. Jack Sparrow
06.05.2009, 19:21
Mich als Counter-Striker mit einem Pädophilen auf eine Stufe zu stellen ist die Frechheit schlechthin. Und ich bin immernoch der Meinung, das ein Spiel nicht den Geist verdirbt, aber ein verdorbener Geist auch ohne Spiel durchdrehen kann.

Marco
06.05.2009, 19:59
die indizierung bringt so ziemlich gar nix, dann wird halt über einen Proxy auf den noch vorhandenen Seiten gesurft....

Zwei Dinge will ich hier anbringen: "Wo ein Wille, da auch ein Weg". Und diese ganzen asoz*** Kinderfi*** haben bestimmt 'nen sehr großen Willen!
Das zweite, ein Zitat aus der SitCom Scrubs: "Gäbe es irgendwann mal keine Pornoseiten mehr, würde das Internet bald aus nur einer einzigen Seite bestehen die fordert: 'Gebt uns unsere Pornos wieder'".

Ich bin generell gegen die Zensur. Da wie oben erwähnt, die Seiten sowieso durchsickern (siehe die "Killerspiele", die neuerdings an allem Schuld sind und ohne große Probleme (z.b. auch durch Downloads) in die Hand von JEDEM gelangen können) und so wirklich nur der Grundstock eines Zensur-Staat geschaffen.

Grim
08.05.2009, 13:58
Über 50.000 Menschen haben eine Petition zur Ablehnung von Internetsperren unterzeichnet. Die Bürgerrechtler hoffen nun, dass die Unterzeichner ihren Protest auch auf die Straße tragen.

Eine Petition , die den Bundestag aufruft, sich gegen den Gesetzentwurf zu Internetsperren zu wenden, hat in nur vier Tagen die erforderliche Zahl der 50.000 Unterzeichner gefunden. In der Nacht zum Freitag, dem 8. Mai 2009 wurde der 50.000ste Mitzeichner gezählt. Damit ist die Anzahl erreicht, ab der sich der Petitionsausschuss des Bundestages in einer öffentlichen Sitzung mit dem Antrag befassen muss.

Inzwischen ist die Zahl der Unterstützer auf über 52.700 angewachsen und es kann weiter unterzeichnet werden. Durch die stark ausgelasteten Bundestagsserver wurde die Mitzeichnung der Petition für viele zum Geduldspiel. Doch die langen Wartezeiten hielten die Gegner der Internetsperren offenbar nicht ab.

Ziel der Petition ist die Ablehnung eines Gesetzesentwurfs des Bundeskabinetts, der das BKA ermächtigt, geheime Sperrlisten mit Internetadressen anzulegen, die die Internet Service Provider blockieren müssen.

"Der Erfolg von über 50.000 Unterschriften bei der Petition gegen Internetsperren ist ein deutliches Zeichen an die Politik", sagte Ricardo Cristof Remmert-Fontes, Vorsitzender der Aktion Freiheit statt Angst, die die Petition unterstützt, Golem.de. Die Internetsperren seien vollkommen ungeeignet, Kindesmissbrauch zu bekämpfen und stellten eine reine Symbolpolitik dar. Internetsperren könnten dazu ausgebaut werden, in Zukunft auch kritische Meinungen zu unterdrücken, sagte er. Wirksame Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch würden dagegen zusammengestrichen: Seit Jahren klagten Beratungsstellen für Missbrauchsopfer über Kürzungen ihrer Zuwendungen, gerade unter SPD- und CDU-Landesregierungen, so der Bürgerrechtler.

Das BKA als Polizeibehörde würde die Sperrlisten eigenmächtig und ohne richterliche Anordnung führen. "Eine ähnliche Entwicklung gibt es mit der Novelle des BKA-Gesetzes und dem 'Gesetz zu Verfolgung der Vorbereitung von schweren staatsgefährdenden Gewalttaten'. Es geht hier nicht 'nur' um die Freiheit der Meinungsäußerung im Internet, es geht um grundlegende Prinzipien des Rechtsstaates.". Es sei zu hoffen, dass die 50.000 Unterzeichner der Petition ihren Protest auch auf die Straße tragen.

"Es ist das vornehmliche Ziel, Kinder zu schützen und sowohl Missbrauch als auch die Verbreitung von Kinderpornografie zu verhindern. Dies ist in unser aller Interesse", so die Hauptpetentin Franziska Heine. Da die meisten Inhalte zu Kindesmissbrauch aus westlichen Ländern einschließlich Deutschland verbreitet würden, "wäre es einfacher und effektiver, die Inhalte an der Quelle zu entfernen", fordert Heine.

Christian Bahls von MOGIS (Missbrauchsopfer kämpfen gegen Netzsperren) hatte unlängst kritisiert, dass 1.500 Adressen, die zu Servern in den USA, den Niederlanden, Kanada und Deutschland führen, nicht geschlossen würden. Damit wäre 90 Prozent der weltweit mit einem Browser erreichbaren Kinderpornografie nicht mehr verfügbar, erklärte er. (asa)
Quelle golem.de ('http://www.golem.de/0905/66980.html')


Ich bin gespannt wie es weiter geht. Nur zu hoffen das die Regierung nun endlich zum "handeln" gegen Kinderpornografie kommt!