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    User not abuser Avatar von paulelmar
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    Die Patent- und Lizenzierungsstrategie von BlackBerry Ltd.: Ein Überblick



    Hallo Community!

    Die letzten fünf Jahre waren für BlackBerry Ltd., seine Mitarbeiter sowie die Millionen Nutzer - gelinde gesagt - sehr abwechslungsreich. Der (erzwungene) Verzicht auf die Produktion eigener Smartphones und die Weiterentwicklung des OS10, die Hinwendung zu Android sowie die Lizenzierung der Hardware an Partner, haben das Unternehmen nachhaltig verändert. Auch an der Patentfront hat BlackBerry Ltd. einen Paradigmenwechsel vollzogen, da man nicht mehr nur die Patente verteidigt, sondern sich strategisch dazu entschlossen hat, sich viel stärker auf die Monetarisierung, sprich Vermarktung der Patente zu konzentrieren.

    Vor diesem Hintergrund hat IAM die Patentposition des Unternehmens einmal analysiert, das Ergebnis möchten wir euch kurz vorstellen:

    Die Jüngeren unter uns wissen es vielleicht nicht mehr, aber BlackBerry Ltd. bzw. Research In Motion war einmal Pionier und Marktführer im Bereich mobiler Kommunikation. Nur so ist die breite Basis an grundlegenden Patenten zu erklären, die BlackBerry Ltd. besitzt. Aber auch aktuell lässt die Innovationskraft des Unternehmens nicht nach, denn in Bezug auf die Patentstärke ist BlackBerry nach wie vor führend in der Branche. In der IEEE Patent Power 2016-Studie, die Patent-Portfolios auf der Grundlage der Anzahl der im Vorjahr erteilten US-Patente misst und klassifiziert, belegt das Unternehmen den vierten Platz im Bereich der Kommunikations- und Internetdienste. BlackBerry ist das neben Siemens das einzige, nicht-amerikanische Unternehmen im Ranking und nur Google, Facebook und Verizon Communications meldeten mehr Patente an:

    IEEE Patent Power 2016 – Top 10 Unternehmen in der Kommunikations-/Internetbranche



    Die Anzahl der nachfolgend genannten BlackBerry-Patente per 01.12.2017 basiert auf Zahlen der IP-Daten- und Analyseplattform ktMINE und weicht von der von BlackBerry Ltd. selbst genannten Zahl von mehr als 40.000 Patenten deutlich ab. Die Verteilung der Patente auf die verschiedenen Patent-Klassifikationen entspricht dem, was man von einem Unternehmen erwarten würde, das einst führend auf dem Markt für Mobiltelefone war.

    BlackBerry's Patent-Portfolio:

    Granted US-patents 7.016
    Granted worldwide patents 13.237

    H04W Wireless communications networks 19,3 %
    H04L Transmission of digital information e.g. telegraphic communication 18,4 %
    G06F Electrical digital data processing 12,7 %
    H04M Telephonic communication 8,5 %
    G06Q 3,5 %

    Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern liegt der Schwerpunkt des Patentportfolios bei BlackBerry Ltd. auf Sicherheitsaspekten. Zudem ist bei dem Unternehmen auch ein „natürliches Wachstum“ des Portfolios zu beobachten. Nur etwa 11% der Patente stammen aus Akquisitionen, eine vergleichsweise geringe Quote. Die Breite des Produktportfolios betrifft auch nicht nur Technologien rund um den mobilen Kernbereich, ingesamt werden über 40 andere Technologiebereiche, wie z. B. Smart Grids, Glücksspiel, Produktion, Mobilfunk, Radar und Tracking sowie Logistik abgedeckt.

    Dies belegen auch einige der bedeutendsten Lizenzverträge des Unternehmens in den letzten Jahren, wie z.B. mit Canon, International Game Technology und Cisco, die ausnahmslos außerhalb des mobilen Kernbereichs lagen. Damit wird auch das Potenzial verdeutlicht, das in der fortschreitenden Konvergenz der Technologien steckt.

    Einige markante Wegepunkte der letzten fünf Jahre im Hinblick auf die Patentstrategie des Unternehmens:

    2013 Im Februar verdoppelte eine der größten Banken Kanadas ihre Bewertung von BlackBerry Ltd unter ausdrücklichen Verweis auf das BlackBerry-Patentportfolio.
    2014 Mitte des Jahres stellte BlackBerry Ltd. Mark Kokes als Vice President für IP und Standards ein. Er war kurz darauf mitverantwortlich für die Schaffung einer neuen Technologieeinheit - BlackBerry Technology Solutions. Diese neue Einheit wurde u. a. entwickelt, um das umfangreiche Patentportfolio zu verwalten.
    2015 Der Startschuss der Vermarktung der eigenen Patente wurde mit dem Abschluss der Lizenzvereinbarung mit Cisco gegeben. Dies war für BlackBerry Ltd. ein ungewöhnlicher Schritt und der Wendepunkt im Monetarisierungsprogramm von BlackBerry.
    2016 Im Februar wurden mit Canon und International Game Technology zwei weitere Verträge abgeschlossen. Kurz darauf begann BlackBerry mit der Einreichung einer Reihe von Patentrechtsstreitigkeiten. Im Sommer leitete BlackBerry Ltd. gegen Avaya und BLU Klagen wegen Verletzung mehrerer US-Patente ein. Zudem belegten Gerichtsdokumente, dass das Unternehmen ein Portfolio von Patenten für rund 50 Millionen Dollar verkauft hatte.

    Im der 2. Jahreshälfte bestätigte John Chen das Ende der Hardware-Entwicklung und den Umbau des Unternehmens zu einem Software- und Dienstleistungsanbieter. Wenig später gab das Unternehmen seine erste große Software- und Markenlizenzvereinbarung mit dem Joint Venture PT BB Merah Putih bekannt, um seine Software und Dienstleistungen für die Produktion von Mobiltelefonen für den indonesischen Markt zu lizenzieren. Kurz danach unterzeichnete BlackBerry Ltd. den globalen Marken- und Software-Deal mit Chinas TCL Communication.
    2017 Im Februar folgte der langfristige Lizenzvertrag mit dem indischen Telekommunikationsunternehmen Optiemus Infracom für die Herstellung von Mobiltelefonen in Indien, Sri Lanka, Nepal und Bangladesch.

    Im April wurde der zweite, bedeutende Verkauf von Patentrechten im Rahmen eines Deals mit Hilco Global vollzogen.

    Im 2. Quartal dann der große Geldsegen: Über 930 Millionen Dollar erhielt BlackBerry Ltd. von Qualcomm. Grund: Zu viel gezahlte Lizenzgebühren.

    Mitte des Jahres verließen Mark Kokes und Victor Schubert, zwei Verantwortliche für das Patent- und Lizenzgeschäft, das Unternehmen, im Oktober wurden alle Rechtsstreitigkeiten mit BLU beigelegt und ein Patentlizenzabkommen abgeschlossen.

    Dem folgte die Vereinbarung über die neue Patent-Lizenzpartnerschaft mit Teletry. Vor kurzem wurde BlackBerry Ltd. von einem Schiedsgericht dazu verurteilt, 137 Millionen Dollar an Nokia zu zahlen, um einen Zahlungsstreit beizulegen.

    Anfang 2011 bewertete Brand Finance die BlackBerry-Marke noch mit 4,36 Milliarden Dollar. Im September desselben Jahres war diese Zahl auf 3,32 Milliarden Dollar gesunken. Und das war nicht das Ende, 2013 war der Markenwert so niedrig, das Unternehmen fiel aus dem Global 500 von Brand Finance heraus. Erst ab 2017 dürfte BlackBerry Ltd. wieder auf die Liste erscheinen.

    Brand Finance Global 500 by year Ranking
    2009 -
    2010 204
    2011 233
    2012 342
    2013 -

    Das BlackBerry-Patentlizenzprogramm ist – das belegen die zuvor genannten Wegepunkte - zu einem integralen Bestandteil der Geschäftstätigkeit des Unternehmens geworden. Dabei steht weniger der Verkauf von Patenten im Vordergrund, sieht man von den zuvor genannten zwei größeren Paketen einmal ab, vielmehr soll die Lizenzierung eigener Patente ein wichtiger Treiber für das Software-Geschäft sein. So erwartet das Unternehmen, bis Ende des Jahres daraus einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar zu erzielen. Inwieweit dies jedoch nach den Abgängen der beiden Hauptverantwortlichen des Patent-Lizenzierungsgeschäftes noch realisierbar ist, bleibt abzuwarten. Auch ist noch nicht sicher, ob deren ausgelagerten Aufgaben durch Teletry in dem gewohnten Umfang und Volumen auch kurzfristig kompensiert werden kann.

    Gruß Paulelmar



    Quelle: IAM
    Bildquelle: Lawyard

    Das Team der BlackBerryBase bedankt sich bei nunmehr bald 3.000 BBM-Channel Abonnenten!

    Geändert von paulelmar (07.12.2017 um 06:52 Uhr)


    Zappa ist tot, OS10 wird in zwei Jahren abgeschaltet

    und mir ist auch schon ganz schlecht!


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    Danke für den Einblick in diesen Bereich von BlackBerry.
    Noch ein kleiner Hinweis, die Siemens AG ist eine deutsche Firma und damit ist BlackBerry in diesem Ranking nicht das einzige nicht-amerikanische Unternehmen.

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    User not abuser Avatar von paulelmar
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    Wird morgen geändert. Danke für den Hinweis.

    Gruß Paulelmar

    Mit meinem KEYᵒⁿᵉ All Black via Tapatalk gepostet


    Zappa ist tot, OS10 wird in zwei Jahren abgeschaltet

    und mir ist auch schon ganz schlecht!


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    seufz ... man stelle sich vor, der Vorstand bestände aus ein paar idealistischen Tecfreaks und man würde sich fokussieren auf Patentvermarktung als Finanzspritze und darüber hinaus dem Bau cooler Handies und anderer Gadgets ohne den unbedingten Willen, einfach nur phantasielos kommerziell zu denken


    So ein Unternehmen wäre bald KULT
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