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  • BlackBerry: Was läuft hier schief?







    Hallo Community!

    In letzter Zeit ist bei „BlackBerry“ so viel danebengegangen, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll und wem man Vorwürfe machen soll. Man könnte zwar Alle und Alles in einen Sack werfen und einen „Richtigen“ würde es treffen, aber so einfach will ich es mir nicht machen. Daher der Reihe nach:

    BlackBerry Ltd: Zuständig für das Smarte im Smartphone?

    Nach der Bekanntgabe, sich von der Produktion eigener Smartphones zu verabschieden und sich auf Sicherheitssoftware und Services für Unternehmen (plattform-übergreifende Kommunikation, Alarmierung im Notfall, autonome Mobilität und IoT) zu konzentrieren, hat BlackBerry Ltd. das Interesse an den Noch-Besitzern seiner OS10-Geräte und des einzigen, eigenen Android-Phone, dem PRIV, verloren. Die eigenen Bestände sind verkauft, die Läger geräumt. Möglicherweise haben sich einige Distributoren und Händler (Mediamarkt und Konsorten) noch billig bedient und hauen jetzt in Aktionen die verbliebenen Geräte raus. Und nicht mal den Support für die eigenen Geräte will man mehr anbieten, dazu bedient man sich dem CrackBerry-Forum (dazu später noch mehr).

    Diese Entscheidungen sind – so hart wie sie uns erscheinen mögen – irgendwie noch nachvollziehbar. Denn unsere Beeren sind meist ja noch technisch einwandfrei und funktionieren. Aber die versprochenen Updates des OS10 auf 10.3.3 und 10.3.4 hängen in der Luft, einige haben auf ihren Beeren 10.3.3 drauf, die Anderen (z. B. Kunden der Telekom) werden wohl bis zum St. Nimmerleinstag warten müssen. Die Entwicklung ist einfach nur traurig, sie reiht sich aber in die lange Liste der nicht eingehaltenen Versprechungen oder deutlicher formuliert Lügen der Typen aus Waterloo ein. BlackBerry hat ohne Rücksicht auf Verluste (Kunden, Ansehen, Vertrauen) einen Schlussstrich unter OS10 gezogen. Basta.

    Aber auch die Hinwendung zu Android klappt nicht so wie versprochen und die vollmundige Aussage, man biete die sichersten Android-Smartphones der Welt an, ist mittlerweile zumindest sehr fraglich. Auf einer offiziellen Veranstaltung von BlackBerry im letzten Jahr wurden folgende Aussagen getroffen: ALLE Android-Smartphones, die unter der Marke BlackBerry vertrieben würden, d. h. PRIV, DTEK50 und DTEK60, würden zeitgleich mit der Markteinführung des KEYone ein Upgrade auf Android 7 erhalten.

    Auch das ist offensichtlich gelogen, wabern doch Aussagen von BlackBerry durch den Äther, nur maximal zwei dieser Smartphones würden in den Genuss von Nougat kommen. Und als wenn das nicht schon reichen würde, auch das Ausrollen der Sicherheitsupdates gerät ins Stocken. Je nach Provider, Einkaufsquelle, Sternzeichen und Wetterbedingungen in Wanne-Eickel wurden die Updates mal ausgerollt oder nicht. Viele warten aktuell immer noch auf das Juni-Update, das angeblich wieder über 100 Fehler und Schwachstellen im Android-Betriebssystem geschlossen hätte. Da fühle ich mich aber sowas von sicher!

    Für mich persönlich und sicherlich auch andere waren die Zusagen zu den Upgrades und Updates entscheidend für den Kauf des BlackBerry Android-Phones. Ich zumindest prüfe gerade, ob und wie ich vom Kauf meines DTEK50 zurücktreten kann, da ich mich durch falsche Aussagen zu zugesicherten Produkteigenschaften betrogen fühle.


    TCL: Der „Retter“ angeschlagener Geräteanbieter?

    Als TCL von BlackBerry im letzten Jahr als Entwickler, Produzent und Vertreiber der neuen Generation von BlackBerry Smartphones vorgestellt wurde, war ich durchaus positiv gestimmt. Vermutete ich doch in dem Produzenten der Alcatel-Geräte einen professionellen Anbieter und dass es schlimmer nicht kommen könne. Kam es auch zunächst nicht. Relativ schnell wurden die beiden ersten gemeinsamen Babys auf den Markt geworfen, das DTEK50 und seine größere Schwester DTEK60. Beides modifizierte und bereits auf dem Markt befindliche Klons der Alcatel-Smartphones Idol 4 und 4s, also keine technischen Neuentwicklungen. Und beide keine technischen Himmelsstürmer, sondern solide Mittelklasse.

    Lange Zeit war ich der Meinung, TCL sei Eigentümer des Anfang des Jahrtausends in Schwierigkeiten geratenen Unternehmens Alcatel. Dies ist aber nicht so. TCL hatte 2005 von Alcatel-Lucent lediglich die Nutzungsrechte des Alcatel Warenzeichens übernommen und damit die Berechtigung, Smartphones und Tablets unter dem Firmennamen zu verkaufen. Der Vertrag dazu läuft noch bis 2024, über den wirtschaftlichen Erfolg gibt es so wenige Informationen wie Alcatel-Smartphones in den Regalen im Handel und in den Online-Shops. Eigentümer von Alcatel und damit auch Nutznießer der Einnahmen aus dem Lizenzvertrag ist seit letztem Jahr … Nokia.

    Und da man bekanntlich auf drei (kranken) Beinen am besten steht, verbandelt sich TCL nun auch mit Vertu, dem Anbieter luxuriöser Smartphones weit jenseits der X.000 € Preisschwelle. TCL liefert die Technik für das neue und mit einem Einstiegspreis von 8.500 € versehene Constellation X. Auf die Gemengelage bei Vertu muss dabei gar nicht weiter eingegangen werden, es reicht zu wissen, dass es dem Unternehmen lt. Presseberichten nicht gut gehen soll. Aber wenn TCL die im Raum stehenden 35,0 Mio. € für die Produktion der Smartphones erhält, sollte die verbaute Mittelklasse-Technik gut bezahlt sein.


    BlackBerry Mobile: Stolpernder Start des KEYone?

    Unter dem Namen BlackBerry Mobile wird von TCL seit wenigen Wochen das lang erwartete Tastaturmodell KEYone vertrieben. BlackBerry Mobile hat rechtlich und organisatorisch nichts mehr mit BlackBerry zu tun, sondern ist die Vertriebsunit von TCL.
    Eines haben BlackBerry und BlackBerry Mobile dennoch gemeinsam: Unpünktlichkeit. Der auf dem MWC Barcelona angekündigte Starttermin konnte aufgrund der riesigen und unvorhersehbaren Nachfrage bedauerlicherweise – so TCL - nicht eingehalten werden.

    Dennoch: Als das Gerät Ende letzten Jahres inoffiziell vorgestellt wurde und ich es erstmals in den Händen halten durfte, war ich begeistert. Das KEYone hatte und hat alles, um ein würdiger Nachfolger der klassischen BlackBerrys zu sein, sieht man vom „falschen“ Betriebssystem einmal ab. Zwar ist das KEYone auch nur „mittelmäßig“ ausgestattet, es ist dennoch – das belegen die vielen bereits veröffentlichten Tests – ein echtes Arbeitspferd mit guter Ausdauer. Also kein Galopper, eher was zum Distanzreiten.

    Umso irritierender dann die ersten Meldungen über sich anlasslos ablösende Displays. Erst vereinzelt und dann immer mehr. Auch in unserem Forum ist mit dem User „senortabasco“ zumindest ein User davon betroffen. Zwar hat BlackBerry Mobil relativ schnell reagiert, allen Betroffenen Hilfe zugesichert und auch Servicenummern kommuniziert, aber der Hinweis auf wenige Einzelfälle aus einer bestimmt Charge ist aufgrund der weltweiten Streuung der Fälle wenig glaubhaft. Hinzu kommt die mediale Begleitung der Display-Problematik durch das Zentralorgan von BlackBerry Mobile „CrackBerry“ (dazu später noch mehr).

    Und als wäre es nicht genug, scheint das KEYone auch von dem von Apple bekannten Antenna-Gate betroffen zu sein. Je nachdem, wie das Smartphone in der Hand gehalten wird, soll die Empfangsleistung stark schwanken. Zumindest wird in den diversen Foren darüber diskutiert, wenn es die Forenverantwortlichen denn zulassen. Inwieweit die in der Base geäußerte Tipps, die Tasche „Haltgut“ von Stilgut zu kaufen, Tesafilm auf den Alurahmen zu kleben oder rosa Nagellack mit Glitzer zu verwenden, weiterhelfen, müssen Langzeittests zeigen.

    Was soll‘s! Bald soll ja schon das nächste BlackBerry mit dem kryptischen Namen „Krypton“ rauskommen. Über die Specs ist noch nichts bekannt, aber es wird als Nachfolger für das DTEK50 gehandelt. Wenn das so wäre, bräuchten die Besitzer eines DTEK50 ja auch kein Upgrade auf Android 7. Müssen wir halt nur den Nachfolger kaufen.

    Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Eine weiter Gemeinsamkeit mit BlackBerry hat BlackBerry Mobile noch: Die überbordende Kommunikationsfreude der jeweiligen Ansprechpartner mit Nutzern und Foren. Anfragen zu Produkten, Hilfestellungen und Aktionen werden konsequent und unverzüglich … nicht beantwortet.


    CrackBerry: WTF ist aus dir geworden?

    Für mich als einfachen Nutzer eines BlackBerry Smartphones war Crackberry nach der BlackBerryBase lange Jahre ein unverzichtbares Forum bei Fragen und Problemen rund um BlackBerry. Alle Jungs dort, ob Admins (CBK, Bla1ze, etc.) oder die vielen „normalen“ User haben mir dabei geholfen, meine diversen BlackBerrys am Laufen zu halten bzw. optimal zu nutzen. Erst recht wurde CB für mich im letzten Jahr, als ich Mitglied des News-Teams der Base geworden bin, eine wichtige Anlaufstelle für Informationen rund um BlackBerry.

    Leider ist dem nicht mehr so. CrackBerry hat sich kaufen lassen, hat seine Seele und seine Glaubwürdigkeit verloren. Zwar war das Forum auch in der Vergangenheit mit der typisch positiven amerikanischen Einstellung zugange, wurde vieles durch die rosa-rote Brille von BlackBerry gesehen. Dennoch hatten dort auch immer wieder Probleme und Unstimmigkeiten Raum gefunden. Seit der Rückkehr von CBK ist das Forum jedoch strikt auf eine kommerzielle Linie ausgerichtet, die für Kritik keinen Platz mehr bietet. Das ist klar, denn auch hier gilt: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing! Und das Brot sprich Geld kommt von TCL respektive BlackBerry Mobile.

    Mit der Rückkehr von CBK, seiner Präsentation des KEYone auf dem MWC in Barcelona und dem gesponserten Relaunch der Forumssoftware hat CB für mich spätestens seine Unschuld verloren. Das gilt nicht nur die CB-Seite sondern leider auch für das Forum. Beispiele gefällig?

    Kritische Fragen und Beiträge werden seit kurzem sehr schnell von den Admins gekontert und zwar immer nach dem gleichen Schema: Was berechtigt und befähigt dich zu der Aussage? Kannst du deine Aussage beweisen? Abweichende „Meinungen“ werden so nicht mehr geduldet und zum Stillschigen gebracht.

    Unser User „deiop“ hat hier im Forum darüber berichtet, dass diverse Threads zum Thema Antenna-Gate im CB-Forum durch CrackBerry gelöscht wurden. Anstatt diese Threads, wie es üblich ist, durch die Admins zusammenzuführen, wurden sie einfach gecancelt. Wichtige Tipps und Anleitungen zur Reproduktion des Fehlers sind dabei untergegangen. Frei nach dem Motto: Das nicht sein kann, was nicht sein darf.

    Oder die Löschungen von kritischen Beiträgen in verschiedenen Threads durch die Moderatoren. Der zuvor schon genannte User „senortabasco“ hatte sein Display-Problem auch auf CB gepostet (hier). Nachdem dann CBK seine beiden Haltbarkeitstest (hier und hier) veröffentlicht hatte, konnte ich es mir nicht verkneifen in dem Thread meine „Meinung“ kundzutun. Ich habe darin unterstellt, dass a.) CBK nicht objektiv ist/sein kann, da er sich immer als #1-Fanboy von BlackBerry bezeichnet, b) der Test keine Aussagekraft hätte, weil er nicht reproduzierbar sei und ich auch die Intention des letzten Videos nicht akzeptieren könne. Denn die Conclusio daraus ist für mich die: Schaut mal was ich, CBK, alles mit einem Smartphone anstellen kann, bis es kaputt geht. Und ihr dummen User behauptet, dass das Display so mir-nichts-dir-nichts rausfällt.

    Das wollte der Moderator so nicht stehen lassen und hat mir nach o. g. Schema zu verstehen gegeben, dass ich zu derartigen Aussage nicht berechtigt wäre, weil a) ich ein Troll wäre, b) keine Objektivität walten ließe und c) beweisen sollte, dass CBK was falsch gemacht hätte. Am nächsten Tag waren dann meine drei Posts und die Antworten dazu aus dem Forum gelöscht, als hätten sie nie existiert.

    Wie seht ihr die Situation rund um BlackBerry? Liege ich falsch mit meinen Einschätzungen? Oder sollten wir ins Café gehen und uns den Tag nicht vermiesen lassen?

    Gruß Paulelmar



    Quellen: Teltarif, Golem, BlackBerryCentral, Wikipedia, CrackBerry1, CrackBerry2, BlackBerryBase
    Bildquelle: Pinterest

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    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: BlackBerry: Was läuft hier schief? - Erstellt von: paulelmar Original-Beitrag anzeigen